Geschichte

Der TC Grün-Weiß Am Kreuzberg Bonn-Lengsdorf, wie sein offizieller Name in voller Länge lautet, wurde am 27.09.1967 auf der "grünen Wiese" - unterhalb der Kreuzbergkirche - gegründet.

Das bereits im Frühjahr 1968 mit dem Spatenstich für die ersten drei Plätze begonnen werden konnte, war nicht zuletzt dem finanziellen Engagement des Gründerteams (u.a. Dr. Hans-Rudolph Behnke und Josef Koch) unter Führung des ersten Vorsitzenden, Heinrich Nettekoven, sowie der Fürsprache des damaligen Bürgermeisters von Lengsdorf, Adam Leyendecker zu verdanken, denn die Clubanlage liegt in einem Naturschutzgebiet.

Schon bald kam ein vierter Platz hinzu. Als Aufenthaltsraum diente am Anfang eine „Baubude“, die gleichzeitig auch als Umkleideraum fungierte, wobei es durchaus zu heiklen Szenen kam, wenn weibliche die „Bude“ als Umkleidekabine und Mitglieder des anderen Geschlechts die gleichen Räumlichkeiten als „Club-Bar“ benutzen wollten. Nicht zuletzt diese Gegebenheiten gaben den Ausschlag, dass die schnell angewachsene Mitgliederschaft sich 1975 an den Bau eines Clubhauses wagte, das ein Jahr später eingeweiht werden konnte

Dabei war es vor allem das Verdienst des damaligen Vorsitzenden, Helmut Vianden, und seines Liegenschaftswartes, Uli Bormann, dass der Bau trotz der zwischenzeitlichen Pleite des beauftragten Bauunternehmens überhaupt fertig gestellt werden konnte.

Was die sportlichen Belange angeht, betätigten sich die Clubmitglieder am Anfang „lediglich“ als reine Freizeit- bzw. Hobbyspieler. Erst ein Jahr später (1969) beteiligte sich der Verein an den Verbandsspielen des damaligen „Rheinbezirks“ (heute: Tennisverband Mittelrhein).

Sieben Jahre lang hielt man es sogar aus, ohne den Clubbesten zu ermitteln. Erst im Sommer 1975 fanden die ersten Clubmeisterschaften statt. Von da an ging es sportlich sehr schnell aufwärts. Mit dem Bau von drei weiteren Plätzen im Frühjahr 1978 konnten die Aktivitäten ganz erheblich ausgeweitet werden, was sich insbesondere auch in der Zahl der für Verbandsspiele gemeldeten Mannschaften ausdrückte.

Die Entwicklung der Clubanlage in Stichworten

22.09.1967 Einladungsschreiben des Bauunternehmers Heinrich Nettekoven an interessierte Personen zur Gründung eines Tennisclubs
27.09.1967 Gründung des „Tennis-Clubs Grün-Weiß Lengsdorf 1967 e.V.“
Gründungspersonen: Heinrich Nettekoven, Gisela Blauertz, Dr. Hans-Rudolph Behnke, Dr. Raimar Höffken, Karl Keienburg, Josef Koch, Leo Klein, Johannes Jannssen, Bruno Krienke
10.10.1967 Erste Mitgliederversammlung
Frühj. 1968 Beginn des Baues von 3 Tennisplätzen
Okt. 1968 Fertigstellung der Plätze und Beginn des Tennisbetriebs
1969/1970 Bau und Fertigstellung eines 4. Platzes
Frühj. 1975 Baubeginn Clubhaus
18.11.1975 Richtfest Clubhaus
05.02.1976 Beschluss zur Namensänderung des Clubs in „TC Grün-Weiß Am Kreuzberg, Bonn-Lengsdorf“
20.05.1976 Einweihungsfeier Clubhaus
Frühj. 1977 Erstellung der Übungswand
Frühj. 1978 Beginn des Baues von 3 weiteren Plätzen
21.04.1979 Eröffnung der neuen Plätze: Show-Kampf mit John Clifton (Bonn), Peter Dinckels (Frankfurt),
Attila Korpas (Essen) und Wolfgang Overkemping (Bonn)
Frühj. 1982 Neugestaltung der Clubhauseinrichtung
Frühj. 1984 Erneuerung der Zaunanlage an den alten Plätzen; Fichtenbepflanzung entlang der Plätze 4-6
1985/1986 Errichtung eines Kinderspielplatzes in Eigenregie
1989/1990 Erweiterung des Clubhauses (Damen-, Herren-Garderobe)
1991/1992 Umbau und Erweiterung der Küche

Den baulichen Aktivitäten der ersten 25 Jahre folgte eine Phase der Konsolidierung, begrenzt vornehmlich auf die erforderlichen Reparaturen. Unser Platzwart Josi Schmitz sorgte dafür, dass das „Sorgenkind Parkplatz“ unterhalb des Clubhauses komplett saniert und durch eine Regenrinne ergänzt wurde, welche die Beschwerden der Anwohner der Kreuzbergstraße über die Tennissandzuflüsse zum Erliegen brachte. Ein Denkmal setzte er sich 2002 mit der Pergola auf der Terrasse, die das jahrelange Provisorium der Zeltdächer ablöste und diesen Bereich winterfest machte.

Heute kann der Verein stolz auf seine Anlage und das Clubhaus schauen, die sich in bestem Zustand zeigen und nicht erahnen lassen, dass das ursprüngliche Areal 1967 mit der Bezeichnung „Sieben Teiche“ aus welligem, unwegsamem Gelände mit unzähligen Dornen- und Brombeerhecken und Wasserlöchern bestand

Aus der schon angesprochenen Jubiläumsausgabe 1992, redigiert vom früheren Vorsitzenden und Pressewart Dr. Stefan Jokl, sei ein Absatz zitiert, der das anfängliche Provisorium deutlich macht: „Als Aufenthaltsraum diente am Anfang eine Baubude, die gleichzeitig auch als Umkleideraum fungierte, wobei es zu durchaus heiklen Szenen kam, wenn weibliche Mitglieder die Bude als Umkleidekabine und Mitglieder des anderen Geschlechts die gleichen Räumlichkeiten als Clubbar benutzen wollten.“ Nicht überliefert ist, wie solche Situationen letztlich gemeistert wurden, größeren Schaden scheint aber niemand genommen zu haben. Vom Ehepaar Maria und Dr. Norbert Deselaers erfuhr ich über diese Anfangszeit und phantasievolle Gegenstandsnutzung noch Folgendes:

  • Platz hinter einigen Militärspinden = Umkleide
  • Ein alter Tisch mit klapprigen Stühlen = Erholung nach dem Tennis
  • Alter Kühlschrank = Clubhausbar
  • Waldreiche Umgebung = Platz für dringende Bedürfnisse, später abgelöst durch ein Komforthäuschen mit Herz in der Tür = Fortschritt
  • Offene Stahlkasse = Bargeldbestand mit i. d. R. kleinen Differenzen
  • Ziegelsteine mit Baustahlgewebe = Grillanlage

Blättert man in alten Unterlagen unseres Clubs, gewinnt man den Eindruck, dass im ersten Jahrzehnt seines Bestehens der sportliche Aspekt hinter dem geselligen deutlich zurückstand. Da finden sich fast ausschließlich Einladungen zu Festivitäten wie Tanz in den Mai, Sonnenwendfeier und Winterball, häufig zusammen mit dem befreundeten Tanz- und Gesellschafts-Club Residenz Bonn. Da durfte auch der Karneval nicht fehlen. Das erste Karnevalsfest fand, wie die heleute Deselaers berichten, auf dem Hardtberg in der Tränke statt. Ein Sponsor spendete pro Person ein Essen mit einer Flasche Sekt; kein Wunder, dass die Stimmung dieses Abends den Beteiligten heute noch in guter Erinnerung eblieben ist.

Seine Fortsetzung fanden die Karnevalsfeste in den 80er Jahren mit einem in Eigenarbeit hergerichteten Wagen beim Zug in Lengsdorf. Die Besatzung auf dem Wagen (u. a. Hans Stiens und Norbert Deselaers) hatte mangels Erfahrung bei „Halbzeit“ trotz reichlichen Wurfmaterials für die vielen Bekannten an der Wegstrecke sein Pulver verschossen. Um sich nicht zu blamieren, blieb nur die Parole „Untertauchen“. In späteren Jahren zeichnete sich unser langjähriger Platzwart Michel Krüger als Organisator gelungener Umzugswagen aus

Was zeichnet unseren Club im Rückblick auf 40 Jahre neben unserer schmucken und landschaftlich reizvoll gelegenen Anlage noch aus?

Im Vergleich mit den großen Vereinen der Region schneidet unser Club im sportlichen Bereich gut ab. In dieser Saison standen drei unserer Mannschaften in der Oberliga und die ersten Herren in der ersten Verbandsliga. Da kann man zu Recht von einem bemerkenswerten Hoch sprechen, auch wenn zwei Mannschaften die Klasse nicht halten, die Herren 60 aber wieder an der Regionalliga schnuppern konnten.

Die Pokale im Clubhaus zeugen von den Erfolgen auf diversen Turnieren, insbesondere im früheren 4er, späteren 7er und heutigen 10er Cup, und sind nicht zuletzt die Früchte unserer langjährigen Jugendarbeit. Die Trainingsangebote und Schnupperkurse für die Jugendlichen im Sommer und Winter werden mit Begeisterung angenommen, und das Trainingscamp am Ende der Sommerferien ist ein wahres Highlight unseres Vereins, auf das die Mitglieder stolz sein können und das einen Dank an den Jugendwart und seine Mitstreiter verdient. Unterstützung fanden und finden sie seit Jahren auch in unseren Gastronomen. Fast ein Jahrzehnt lang waren es Hans-Georg (Schorsch) und Helga Harms, und seit sechs Jahren sind es Jupp und Ulla Lammerich, die dafür sorgen, dass die annähernd 60 Jungen und Mädchen ordentlich verpflegt werden.

Das Thema Gastronomie stellt ein besonders anektodenreiches Kapitel unseres Clubs dar und war bis Anfang der 90er Jahre ein Dauerbrenner. Meist wechselten sich die Könige hinter der Theke, für die die Küche häufig eine Tabuzone war, im Einjahresrhythmus ab. Als negative Krönung können wohl der angebliche bulgarische Armeekoch, der nicht einmal in der Lage war, eine ordentliche Erbsensuppe auf den Tisch zu bringen, und ein junges Paar bezeichnet werden, dessen weiblicher Teil nicht mit ihren körperlichen Reizen geizte und das eine uns bis dahin unbekannte Streitkultur entwickelte, mit dem Ergebnis, dass wenige Stunden vor unserer Sonnenwendfeier unser komplettes Porzellan zu Bruch ging und die Bratpfannen ihre Stiele eingebüßt hatten.

Solche Probleme haben wir bei unseren Platzwarten nie erlebt. Zwei Jahrzehnte lang herrschte Michel Krüger über unsere Platzanlage und wehrte souverän die vor Saisonbeginn üblichen Avancen auf vorzeitige Freigabe der Plätze ab. Das Nachfolgeteam mit Willi Lauterbach setzte diese Tradition nahtlos ein weiteres Jahrzehnt fort, und die „Neuen“ haben sich in dieser Saison schon bewährt

Von Norbert Mattar anlässlich des 40-jährigen Clubjubiläums im Jahre 2007